Ratgeber 13-Wochen-Liquidität
Die 13-Wochen-Liquiditätsplanung.
In einer Sanierung fordern Banken meist als Erstes eine 13-Wochen-Liquiditätsplanung. Sie zeigt wochengenau, ob das Unternehmen zahlungsfähig bleibt, und ist Grundlage für Verhandlungen über Stillhalteabkommen. Ein Chief Restructuring Officer baut diesen Plan in der Regel in der ersten Woche eines Mandats auf oder prüft ihn, bevor weitere Schritte folgen.
Wann du eine 13-Wochen-Planung brauchst
Banken fordern einen Plan
Wenn die Hausbank auf ein Sanierungskonzept besteht oder ein Kreditengagement in die Intensivbetreuung wandert, gehört die 13-Wochen-Planung zu den Unterlagen, die sie als erstes anfordern.
Liquidität wird knapp
Der Kontostand sinkt, Zahlungsziele werden länger, erste Rechnungen bleiben liegen. Bevor das Ausmaß klar ist, lässt sich nichts verhandeln. Der Plan macht es sichtbar.
Vorbereitung auf ein Sanierungskonzept
Ein Sanierungskonzept nach IDW S 6 baut auf einer belastbaren Liquiditätsplanung auf. Die 13-Wochen-Planung gehört regelmäßig dazu.
Stillhalteabkommen mit Gläubigern
Wer Gläubigern eine Zahlungspause vorschlägt, muss zeigen, dass das Unternehmen in diesem Zeitraum handlungsfähig bleibt. Der Plan liefert die Grundlage.
Wie der Plan aufgebaut ist
- 01 · Einzahlungen
Anfangsbestand und Einzahlungen
Ausgangspunkt ist der verfügbare Kassenbestand zum Stichtag. Dann werden alle erwarteten Einzahlungen je Woche eingetragen: offene Debitorenposten nach Fälligkeit, geplante Umsätze und sonstige Eingänge.
- 02 · Auszahlungen
Auszahlungen strukturieren
Alle bekannten Ausgaben werden wochengenau zugeordnet: Löhne und Gehälter, Lieferantenrechnungen, Steuern und Sozialabgaben, Zins- und Tilgungszahlungen. Größere Blöcke werden vom Kleinbetrag getrennt.
- 03 · Jede Woche
Ist-Plan-Abgleich laufen lassen
Der Plan ist rollierend: Jede Woche werden die tatsächlichen Zahlungen eingetragen und mit dem Plan verglichen. Abweichungen zeigen früh, wo Maßnahmen greifen und wo nicht. Banken schätzen diesen Rhythmus, weil er Transparenz schafft.
Worauf sich das stützt
- Ein Sanierungskonzept nach IDW S 6 stützt sich auf eine integrierte Planung, zu der regelmäßig eine kurzfristige Liquiditätsplanung gehört
- Nach den MaRisk müssen Banken Sanierungskredite auf ein Sanierungskonzept stützen
- Mehr als 150 Businesspläne mit dreijähriger Finanzplanung und Bankgesprächsvorbereitung
- Bankseitige Erfahrung als Financial Planner und Leiter eines Profitcenters mit Kreditgeschäft bei der SEB AG in Stuttgart
- BAFA-gelisteter Unternehmensberater (ID 193982)
Häufige Fragen
Warum genau 13 Wochen?
13 Wochen entsprechen einem Quartal. Das reicht, um die unmittelbaren Zahlungsrisiken zu erfassen, und ist kurz genug, um mit vertretbarem Aufwand wochengenau zu planen. In der Praxis hat sich der Zeitraum bei Banken und Beratern als Standard eingespielt.
Wer erstellt die 13-Wochen-Planung?
In der Regel die kaufmännische Leitung des Unternehmens, oft mit Unterstützung des Beraters oder des Chief Restructuring Officers. Je früher sie vorliegt, desto mehr Handlungsspielraum bleibt.
Was passiert, wenn der Plan eine Lücke zeigt?
Dann sind sofort Maßnahmen zu prüfen: Zahlungsziele mit Lieferanten verlängern, offene Forderungen aktiv einziehen, kurzfristige Kreditlinien nutzen oder Auszahlungen priorisieren. Die Lücke ist ein Signal, mit dem sich arbeiten lässt.
Reicht die 13-Wochen-Planung für die Bank?
Sie ist der erste Schritt. Banken erwarten danach ein Sanierungskonzept mit einer integrierten Dreijahresplanung. Beides zusammen bildet die Grundlage für ein Stillhalteabkommen.
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Stand: 01.11.2026